Partitionierung von Installationsmedien

Partitionierung von Installationsmedien

Linux-Einsteigern empfehlen wir, nur zwei Partitionen anzulegen (root/home und swap), da dies eine Erstinstallation wesentlich vereinfacht. Nach der Installation können weitere Datenpartitionen angelegt werden, oder etwa ein separates /home, falls gewünscht.

Wir raten aber eher davon ab eine /home-Partition anzulegen.
Das Verzeichnis /home sollte der Ort sein, an dem die individuellen Konfigurationen abgelegt werden, und nur diese. Für alle weiteren privaten Daten sollte eine eigene Datenpartition angelegt werden. Die Vorteile für die Datenstabilität, Datensicherung und auch im Falle einer Datenrettung sind nahezu unermesslich.

Eine swap-Partition entspricht in der Funktionalität etwa der Auslagerungsdatei bei Windows, ist aber weit effektiver als diese. Als Faustregel sollte die Swap-Partition zweimal so groß sein wie das verwendete RAM. Dies gilt hauptsächlich für Notebooks, die per hibernate in den Ruhezustand versetzt werden sollen, oder Desktops mit sehr wenig RAM (1 GByte oder weniger). Geräte mit ausreichend RAM brauchen heute keine Swap-Partition mehr.

Für den Datenaustausch mit einer Windows-Installation sollte die dafür vorgesehene Partition mit ntfs formatiert werden. Siduction kann mit dem automatisch installierten ntfs-3g lesend und schreibend auf die Daten zugreifen.

Es gibt sehr viele gute Möglichkeiten seine Platten aufzuteilen. Diese Beispiele sollten einen ersten Einblick in die Möglichkeiten bieten.

Die Anschaffung einer externen USB-Festplatte zur regelmäßigen Datensicherung ist ebenso eine Überlegung wert.

Mindestanforderungen

Die Mindestanforderungen für den sinnvollen Gebrauch einer siduction Installation betragen:

Installationssystem Festplattenplatz
siduction NOX 5GB
siduction Xorg 10GB
siduction LXQt 15GB
siduction LXde 15GB
siduction XFCE 15GB
siduction Cinnamon 15GB
siduction KDE Plasma 15GB

Beispiele mit verschiedenen Plattengrößen

Falls ein Dual-Boot mit MS Windows™ angelegt wird, muss MS Windows immer als erstes System auf die Festplatte installiert werden.

Als Partitionstabelle sollte der Typ “GPT” gewählt werden. So kann man die Vorteile gegenüber “MBR” nutzen. Nur bei alter Hardware ist “MBR” noch sinnvoll. Die Erklärungen hierzu enthält unsere Handbuchseite Partitionieren mit gdisk.

Die Beispiele beziehen sich auf Partitionstabellen vom Typ “GPT”, für deren Funktion die ersten beiden, sehr kleinen Partitionen erforderlich sind.

Dual-Boot mit MS Windows und Linux

1 TB Festplatte:

Partition Size Filesystem Verwendung
1 100 KB FAT16 EFI-System
2 1 MB ohne BIOS-boot
3 50 GB NTFS MS Windows System
4 300 GB NTFS Daten für MS Windows
5 200 GB NTFS Daten für MS Windows und Linux
6 30 GB ext4 / (Linux root)
7 416 GB ext4 Daten für Linux
8 4 GB Linux Swap Linux Swap

120 GB Festplatte:

Partition Größe Formatierung Verwendung
1 100 KB FAT16 EFI-System
2 1 MB ohne BIOS-boot
3 40 GB NTFS MS Windows System
4 48 GB NTFS Daten für MS Windows und Linux
5 30 GB ext4 / (Linux root)
6 2 GB Linux Swap Linux Swap

80 GB Festplatte:

Partition Größe Formatierung Verwendung
1 100 KB FAT16 EFI-System
2 1 MB ohne BIOS-boot
3 40 GB NTFS MS Windows System
4 10 GB NTFS Daten für MS Windows und Linux
5 28 GB ext4 / (Linux root)
6 2 GB Linux Swap Linux Swap

Linux allein

500 GB Festplatte:

Partition Größe Formatierung Verwendung
1 100 KB FAT16 EFI-System
2 1 MB ohne BIOS-boot
3 30 GB ext4 /
4 250 GB ext4 Daten_1
5 216 GB ext4 Daten_2
6 4 GB Linux Swap Linux Swap

160 GB Festplatte:

Partition Größe Formatierung Verwendung
1 100 KB FAT16 EFI-System
2 1 MB ohne BIOS-boot
1 26 GB ext4 /
3 130 GB ext4 Daten
4 4 GB Linux Swap Linux Swap

60 GB Festplatte:

Partition Größe Formatierung Verwendung
1 100 KB FAT16 EFI-System
2 1 MB ohne BIOS-boot
3 25 GB ext4 /
4 33 GB ext4 Daten
5 2 GB Linux Swap Linux Swap

Partitionierungsprogramme

Achtung
Bei Verwendung jedweder Partitionierungssoftware droht Datenverlust. Daten, die noch gebraucht werden, immer zuvor auf einem anderen Datenträger sichern.

Eingebundene Partitionen (auch swap) müssen vor Bearbeitung gelöst werden.
Im Terminal (als root) mit dem Befehl:

# umount /dev/sda1

Die Einbindung einer Swap-Partition wird mit diesem Befehl gelöst:

# swapoff -a

Weiterführende Infos

Hier die umfassende englischsprachige Dokumentation von GParted

Für weitere Partitionierungsoptionen siehe:

Zuletzt bearbeitet: 2021-07-21