Partitionierung von “Logical Volume”

LVM-Partitionierung - Logical Volume Manager

Es folgt nun eine Basiseinführung. Es liegt am geschätzten Leser, sich tiefer in die Materie einzuarbeiten. Weitere Informationsquellen finden sich am Ende dieses Textes - die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Das Arbeiten mit Logical Volumes ist viel einfacher als die meisten User glauben. Die beste Eigenschaft von LVM ist, dass Änderungen wirksam werden ohne dafür das System neu starten zu müssen. Logical Volumes können mehrere Festplatten umspannen und sind skalierbar. Dies unterscheidet sie von anderen Methoden der Festplattenpartitionierung.

Mit drei Grundbegriffen sollte man vertraut sein:

Sechs Schritte zu Logical Volumes

Achtung
Wir gehen in unserem Beispiel von nicht partitionierten Festplatten aus. Zu beachten ist: Falls alte Partitionen gelöscht werden, gehen alle Daten unwiederbringlich verloren.

Als Partitionierungsprogramm werden cfdisk oder gdisk benötigt, da zur Zeit GParted bzw. der KDE-Partitionsmanager (partitionmanager) das Anlegen von Logical Volumes nicht unterstützen. Siehe auch die Handbuchseiten:
Partitionieren mit cfdisk (msdos-MBR)
Partitionieren mit gdisk (GPT-UEFI)

Alle folgenden Befehle und Aktionen erfordern root-Rechte.

  1. Erstellung einer Partitionstabelle

    cfdisk /dev/sda
    n    -> erstellt eine neue Partition auf dem Laufwerk
    p    -> diese Partition wird eine primäre Partition
    1    -> die Partition erhält die Nummer 1 als Identifikation
    ### size allocation  ### setzt den ersten und letzten Zylinder auf Default-Werte. Drücke ENTER, um das gesamte Laufwerk zu umspannen
    t    -> wählt den zu erstellenden Partitionstyp
    8e   -> der Hex-Code für eine Linux-LVM
    W    -> schreibt Veränderungen auf das Laufwerk.

    Der Befehl “W” schreibt die Partitionierungstabelle. Falls bis zu diesem Punkt ein Fehler gemacht wurde, kann das vorhandene Partitionierungs-Layout wieder hergestellt werden. Zu diesen Zweck gibt man den Befehl “q” ein, cfdisk beendet sich ohne Schreibvorgang, und alles bleibt wie es zuvor war.

    Falls die Volumengruppe mehr als ein Physische Volumen (Laufwerk) umspannen soll, muss obiger Vorgang auf jedem physischen Volumen durchgeführt werden.

  2. Erstellen eines physischen Volumens

    pvcreate /dev/sda1

    Der Befehl erstellt auf der ersten Partition der ersten Festplatte das physische Volumen.
    Dieser Vorgang wird nach Bedarf auf jeder Partition wiederholt.

  3. Erstellen einer Volumengruppe

    Nun fügen wir die physischen Volumen einer Volumengruppe mit dem Namen vulcan hinzu (in unserem Beispiel drei Laufwerke):

    vgcreate vulcan /dev/sda1 /dev/sdb1 /dev/sdc1

    Falls dieser Schritt korrekt durchgeführt wurde, kann das Ergebnis in der Ausgabe folgenden Befehls gesehen werden:

    vgscan

    vgdisplay zeigt die Größe mit:

    vgdisplay vulcan
  4. Erstellung eines logischen Volumens

    An dieser Stelle muss entschieden werden, wie groß das logische Volumen zu Beginn sein soll. Ein Vorteil von LVM ist die Möglichkeit, die Größe ohne Reboot anpassen zu können.

    In unserem Beispiel wünschen wir uns ein 300GB großes Volumen mit dem Namen spock innerhalb der Volumengruppe Namens vulcan:

    lvcreate -n spock --size 300g vulcan
  5. Formatieren des logischen Volumens

    Bitte habe etwas Geduld, dieser Vorgang kann längere Zeit in Anspruch nehmen.

    mkfs.ext4 /dev/vulcan/spock
  6. Einbindung des logischen Volumens

    Erstellen des Mountpoints mit

    mkdir /media/spock/

    Um das Volumen während des Bootvorgangs einzubinden, muss fstab mit einem Texteditor angepasst werden.
    Die Verwendung von /dev/vulcan/spock ist bei einem LVM der Verwendung von UUID-Nummern vorzuziehen, da es damit einfacher ist das Dateisystem zu klonen (keine UUID-Kollisionen). Besonders mit einem LVM können Dateisysteme mit gleicher UUID-Nummer erstellt werden (Musterbeispiel: Snapshots).

    mcedit /etc/fstab

    und dann die folgende Zeile entsprechend unseres Beispiels einfügen.

    /dev/vulcan/spock /media/spock/ ext4 auto,users,rw,exec,dev,relatime 0 2

    Optional:
    Der Besitzer des Volumens kann geändert werden, sodass andere Nutzer Lese- bzw. Schreibzugang zum Logical Volumen haben:

    chown root:users /media/spock
    chmod 775 /media/spock

Die Schritte 4 bis 6 können wir nun für das neu zu erstellende logische Volumen “kirk” wiederholen.

Ein einfacher LVM sollte nun erstellt sein.

Größenänderung eines Volumens

Wir empfehlen die Verwendung einer Live-ISO, um Partitionsgrößen zu ändern. Obwohl die Vergrößerung einer Partition des laufenden Systems ohne Fehler durchgeführt werden kann, ist dies bei der Verkleinerung einer Partition nicht der Fall. Anomalien können zu einem Datenverlust führen, vor allem wenn die Verzeichnisse / (root) oder /home betroffen sind.

Beispiel einer Vergrößerung

Eine Partition soll von 300GB auf 500GB vergrößert werden:

umount /media/spock/

Erweitern des logischen Volumens:

lvextend -L+200g /dev/vulcan/spock

Dem Befehl lvextend ist als Option der Wert für die Größenänderung anzugeben und nicht die gewünscht Gesamtgröße.

Anschließend die Größe des Dateisystems ändern:
Der erste Befehl führt zwangsweise eine Check durch, auch wenn das Dateisystem sauber zu sein scheint,
der letzte Befehl hängt das logische Volumen wieder ein.

e2fsck -f /dev/vulcan/spock
resize2fs /dev/vulcan/spock
mount /media/spock

Beispiel einer Verkleinerung

Eine Partition wird von 500GB auf 280GB verkleinert:

umount /media/spock/

Die Größe des Dateisystems verringern:

e2fsck -f /dev/vulcan/spock
resize2fs /dev/vulcan/spock 280g

Danach wird das logische Volumen geändert.

lvreduce -L-220g /dev/vulcan/spock
resize2fs /dev/vulcan/spock
mount /media/spock

Auch hier ist dem Befehl lvreduce als Option der Wert für die Größenänderung anzugeben.
Der erneute resize2sf-Befehl passt das Dateisystem exakt an die Größe des logischen Volumens an.

LVM mit einem GUI-Programm verwalten

Gparted bietet die Möglichkeit zur Verwaltung von bereits angelegten Logical Volumes. Das Programm wird als root ausgeführt.

Weitere Infos

Zuletzt bearbeitet: 2021-05-04